Auf ein Wort, Herr Schulz

Am  20.07.2023 hatten wir die Möglichkeit, ein Interview mit unserem jetzigen Schulleiter Herrn Schulz führen zu dürfen. Das Interview wird in 2 Teilen erscheinen. Hier im ersten Teil werden wir Herrn Schulz näher kennenlernen. Zudem wird er uns seine Visionen/Projekte zukommen lassen.
Wir hoffen, dass Euch das Interview gefällt und vielleicht sogar Eure Fragen beantworten werden können und wünschen Euch Viel Spaß beim Lesen!


Eure Schulzeitung.


Lisa M. Weißmantel : Wir haben ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass Sie zuerst an der Justus-Liebig-Universität und dann an der  Goethe-Uni studiert haben. Warum haben Sie die Universität gewechselt ? Und was waren ihre Studiengänge ?

Herr Schulz : ,,Meine Studienfächer waren Mathematik und Deutsch auf Lehramt . Ich habe aber auch noch Philosophie studiert. Ich fand den Wechsel nach dem Grundstudium für mich wichtig:  Andere Professoren, andere Impulse setzen zu können und zu der Zeit wurde Frankfurt, im Bereich Philosophie, mit ganz interessanten Professoren vertreten. Einen Wechsel finde Ich prinzipiell immer wichtig, damit man auch eine andere Perspektiven bekommt.”

Lisa M. Weißmantel : Haben Sie dann auch schon mal daran gedacht, Philosophie auf Lehramt zu studieren bzw. zu unterrichten?

Herr Schulz : ,,Ich habe tatsächlich Ethik unterrichtet, bis zur Oberstufe. Es hat mir auch viel Spaß gemacht. Das konnte man zu dieser Zeit  mit einem abgeschlossenen Philosophiestudium unterrichten. Somit konnte ich auch aushelfen,wenn Ethik gebraucht wurde. Informatik habe ich auch noch als Fach unterrichtet , das war damals als Mathematiker erwünscht.

Lisa M. Weißmantel : Wussten Sie direkt, welche Fächer Sie gerne unterrichten möchten? Oder waren Sie “offen für alles”?

Herr Schulz : ,,Nein, ‘offen für alles’ war ich nicht. Es waren schon die beiden Fächer, die mich begeistert haben. Da mag man sagen ‚Wie passt das zusammen Mathematik und Literatur?’. Naja, beide Fächer haben mir schon in der Oberstufe unglaublich viel Spaß gemacht und ich fand es auch spannend. Vielleicht könnte man auch sagen, ‘ich konnte mich nicht ganz entscheiden, in welche Richtung es gehen soll’, aber ich finde es durchaus für ein Lehramt sehr schön, wenn man beide Bereiche abdecken kann : sprachlich und mathematisch’
Mathematik ist ja auch gewissermaßen eine Sprache. Und Philosophie  war schon immer eine Verbindung der beiden Bereiche für mich.”


Lisa M. Weißmantel : Sie haben ja auch von 2009 bis 2016 an einer Deutschen Internationalen Schule in Kapstadt gearbeitet. Wie waren Ihre Erfahrungen im Ausland? Können wir uns etwas von dieser Schule abschauen?


Herr Schulz : ,,Eine gute Frage, die sich gar nicht so leicht beantworten lässt, weil die Bedingungen natürlich anders sind. Zuerst möchte ich vorausschicken, dass es auf jeden Fall eine sehr bereichernde Zeit für mich war. Auch da finde ich einen Perspektivwechsel ganz wichtig. Einmal von außen, aus dem Ausland heraus, auf das deutsche Schulsystem zu schauen. Das fand ich sehr spannend. Daneben natürlich auch meine beiden Fächer im Ausland zu unterrichten. Man stellt sich das ja an einer internationalen Schule so vor, dass da Kinder von Diplomaten oder aus der Wirtschaft unterrichtet werden. In Kapstadt war eine bunte, diverse und vielfältige Schülerschaft und das lässt sich sicher auch mit der ARS auch vergleichen : viele Nationen, die zusammen lernen und leben.
Der Unterschied ist noch, dass sich in Kapstadt noch mehr an  der Schule abspielt. Das heißt, die Schüler sind sehr viel stärker an die Schule gebunden. Das liegt daran, dass die Schüler aus ganz verschiedenen Regionen  kommen und  dass es auch nicht so viele Musikvereine oder Sportvereine gibt. Sport sowie Musik finden dann an der Schule statt.
Das schweißt zugleich auch die Schülerschaft  sowie die Lehrerschaft zusammen.
Man fühlt sich dann einfach zugehörig zur Schule.
Und das wäre vielleicht auch ein Spezifikum einer Privatschule, eher als eine staatliche Schule, das mag sein.
Daran würde ich auch gerne dran arbeiten, sodass man diese Zugehörigkeit auch hier an der ARS noch mehr spürt. Ich finde, man empfindet das Gefühl der Zugehörigkeit hier auch. Bei den Schüler*innen, bei den Kollegen und Kolleginnen.
Man fühlt sich der Schule zugehörig, aber das macht auch ganz viel für eine positive Atmosphäre hier an unserer Schule aus.
Vergleichbar finde ich die Internationalität, die wir auch hier haben, auf der anderen Seite spielt die Schule in Kapstadt einfach eine noch bedeutsamere Rolle für die Schüler*innen in ihrem Alltag. “


Lisa M. Weißmantel : Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Schulleiter zu werden? Davor waren Sie ja Lehrer. Spielte auch da wieder der Perspektivwechsel eine große Rolle?

Herr Schulz : ,,Ich glaube, Du sprichst das schon richtig an : Wechsel spielen schon eine Rolle in meinem Berufsleben. Es ist mir wichtig, neue Bereiche auszuprobieren. Ich habe  sehr früh auch schon in der Schulleitung mitgearbeitet, auch in Kapstadt . So habe ich bemerkt, dass es mehr Möglichkeiten gibt, Dinge zu entwickeln. Auch im Unterricht kann man mit Schülerinnen und Schülern viel erreichen. Dennoch hat man in der Schulleitung die Möglichkeit, Prozesse mitzubestimmen bzw. zu steuern. Immer natürlich nur gemeinsam, im Team. Ein Schulleiter ist ja niemand, der an der Spitze steht und alleine entscheidet. Da gehört ein Team dazu, das gut funktioniert und es funktioniert auch nur gut mit einem Kollegium, das auch die Ideen mitträgt und mit einem guten Schulleitungsteam. Schulleiter zu sein heißt, bestimmte Dinge zu initiieren  und das hat mich gereizt. Auch die Schulleitungsaufgaben haben mir sehr viel Spaß gemacht und mein Leben als Lehrer  bereichert. Mir ist auch wichtig, dass ich auch noch im Unterricht bleibe, um an euch, den Schüler*innen, dranzubleiben. “

Kübra Erez : Wird es in Zukunft Projekte für die Schüler geben? Wenn ja, auf welche Projekte können Wir uns freuen?

Herr Schulz :  ,,Also wie Ihr wisst, haben wir eine Projektwoche für nächstes Jahr geplant. Das war mir auch ganz wichtig, dass wir nach langer Zeit auch mal wieder hier an der Schule durchführen können, da es  in den letzten 3 Jahren, corona-bedingt, nicht planbar war. Bei Projekten arbeitet man zusammen, auch fächerübergreifend, auch klassenübergreifend sowie jahrgangsübergreifend. Das ging ja nur eingeschränkt für eine Zeit lang und das finde ich auch das Spannende und deshalb würde ich das auch gerne unterstützen.
Was genau in der Projektwoche stattfindet, sind wir gespannt, da ist jetzt eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die diese Woche plant. Wichtig sind mir die Punkte, die ich eben genannt habe: Schüler*innen, die aus verschiedenen Bereichen von der Schule kommen und es schaffen, an einem Ziel, an einem Projekt zusammenzuarbeiten, unabhängig von Alter, Schul-Klassenzugehörigkeit und Jahrgang. Das finde ich wichtig. Von daher schauen wir mal, wie das funktioniert und auch die Gesamtkonferenz hat mir gezeigt, dass das Kollegium den Wunsch hat, diese Projekte auch weiterhin durchzuführen.
Wir haben “Schule mit Courage, ohne Rassismus” initiiert, da werden Projekte in Zukunft durchgeführt, die Idee lebt ja gerade davon. Ich hoffe sehr, dass wir da auch Partner gewinnen, die dann auch weitere Projekte initiieren können. Natürlich auch im Unterricht. Das gibt es ja auch immer wieder bei den Jüngeren, bei den Älteren, dass die Lehrer*innen Unterrichtsprojekte durchführen. Ein gutes Beispiel ist hier die Einbindung mit den “Digitalen Helden”.
Was ich spannend an der Arbeit in Projekten finde, ist, dass auch ganz andere Dinge, neben dem Fachlichen Wissen auch eine große Rolle spielen : Teamwork, Austausch, wie kommuniziere ich das Ergebnis an andere, wie arbeite ich miteinander , was passiert, wenn man scheitert, man lernt mit Tiefschlägen umzugehen. Aber man ist in dieser Gruppe, in diesem Projekt immer aufgefangen. Das geht im Kleinen, und es geht im großen Maße als Schule.
Ein erfolgreiches Projekt geht nur dann, wenn das Team, egal wie groß es ist, zusammenarbeitet.”

Kübra Erez : Jetzt eine Frage von unsere zukünftigen Abiturient*innen:
Welche Möglichkeiten gibt es für die Schüler*innen, ihren Abschlussball zu finanzieren, was innerhalb dieses Institutes stattfinden kann?
Könnten auch Projekte von der Oberstufe organisiert werden und hier an der Schule stattfinden, um Geld für den Abiball zu sammeln?

Herr Schulz: ,,Solche Ideen für diese Projekte müssen von den Schüler*innen kommen, da hat die momentane 12, jetzt 13 ja auch schon Ideen gesammelt. Ihr macht euch schon Sorgen, sehe ich, z.B. hinsichtlich des Abiballs : ‘Wie kann das Ganze finanziert werden ?’. Das ist auch wichtig. Wenn das Projekte oder Dinge sind, die ich unterstützen kann, die die Schule unterstützen kann, freue ich mich. Natürlich passiert jetzt auch schon der Verkauf bei Konzerten der Schulband, beim Schulorchester (-Konzerte), da bieten wir euch ja schon mehrere Möglichkeiten, euch zu finanzieren. Und wenn da andere kreative Ideen sind , müssen wir darüber sprechen. Aber ansonsten, klar, es gibt viele kreative Köpfe in den Jahrgängen, die vielleicht Wege finden, Gelder zu generieren und da ist es wichtig, mit Frau Rockstroh und der Schulleitung im Gespräch zu bleiben. Auch andere schulische Gruppen können eine Rolle spielen Die Technik und somit auch die Technik-AG etwa. Im Generellen greifen viele Dinge ineinander, die die Schule auch ausmachen. Auch einfach da heißt es: Schwierigkeiten mit uns ausloten.“

Videoüberwachung demnächst hier an unserer Schule? Wie wird Herr Schulz mit der Kritik zu ‘Schule mit Courage, ohne Rassismus‘ reagieren?
Im nächsten Teil geht es unter anderem genau um diese Themen.
Schulausstattung, Seine zukünftige Personalplanung sowie Vandalismus innerhalb der ARS: Was wohl seine Antwort darauf sein wird, werdet ihr in der nächsten Ausgabe sehen.
Seid also gespannt, welche Äußerungen Herr Schulz gemacht hat und schaut während der Wartezeit gerne in unsere anderen Artikel rein.

Unser Schulleiter Herr Schulz während des Interviews